Sind wir heute einfach selbständiger, flexibler, neugieriger aber auch kritischer, ängstlicher, egoistischer und gesellschaftlich verantwortungsloser?
Fakt ist: Das klassische Familienmodell, also Vater-Mutter-Kind (in dieser Reihenfolge) ist nicht mehr die Norm, sondern eher eine Möglichkeit von vielen. Zumindest in den europäischen Großstädten wächst die Zahl der Alleinerziehenden stetig. In Berlin ist bereits jede dritte Mutter alleinerziehend.
In zehntausend Jahre alter Menschheitsgeschichte erprobt, in jüngster Zeit auch mehrfach wissenschaftlich nachgewiesen, ist die Familie die geeignetste Struktur, um den höchsten Standard für Nachwuchs, die persönliche Altersvorsorge, die finanzielle Sicherheit und den privaten Glückspegel zu gewährleisten – dennoch überzeugt uns das nicht, es muss also irgendwas geben, was uns abhält. Was ist das bloß? Die Freiheit vielleicht? Die Angst vor dem Erwachsenwerden? Sind wir zu blöd? zu ängstlich? Is die Angst vor der Verantwortung killing den Fortpflanzungstrieb?
Als ich klein war, lebten alle meine Freunde in heilen Familie. Nur ein einziges Mädchen in meiner Klasse lebte mit seiner Mutter allein. Bei ihr war alles anders: Die Wohnung kleiner, ihre Mutter nie da und der Vater war fast ein Fremder. Für uns war klar, was wir später für ein Leben wollten: Mutter-Vater-Kind - natürlich alle unter einem Dach! Und nun steh ich hier, alleinerziehend, wie so viele. Da stellt sich mir die Frage: Wie sind wir da bloß hineingeraten?
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