Als ich klein war, lebten alle meine Freunde in heilen Familie. Nur ein einziges Mädchen in meiner Klasse lebte mit seiner Mutter allein. Bei ihr war alles anders: Die Wohnung kleiner, ihre Mutter nie da und der Vater war fast ein Fremder. Für uns war klar, was wir später für ein Leben wollten: Mutter-Vater-Kind - natürlich alle unter einem Dach! Und nun steh ich hier, alleinerziehend, wie so viele. Da stellt sich mir die Frage: Wie sind wir da bloß hineingeraten?
Dienstag, 21. Februar 2012
Artenschutz für die Familie
Ist die Familie vom Aussterben bedroht? Gibt es sie noch in einem Dorf in Hintertupfing - aber schon lange nicht mehr in den Großstädten, wo wir unseren toleranten Freigeist ausleben, der zur Folge hat, dass sich Generationen und Geschlechter einander entfremden? Unsere Kinder lassen wir ganztägig in Kitas und Hort betreuen, und gehen Arbeiten. Die Eltern wohnen in einer anderen Stadt, genau wie die Schwester, der Bruder und immer öfter auch der andere Elternteil. Inzwischen spricht man süffisant von "Berliner Ehe", wenn Eltern nicht zusammenleben, denn schon fast die Hälfte der Mütter gelten in der Hauptstadt als alleinerziehend. Damit wir bei doppelter Haushaltsführung und unsinnig viel Zeit fressende Erziehungsaufteilung und Organisation überhaupt noch über die Runden kommen, arbeiten inzwischen Vater und Mutter. Unsere Kinder sehen uns daher nur noch zwischen 18 und 20 Uhr und kurz am Morgen, in der Zwischenzeit werden sie von Fremden betreut. Eine Leben mit Familienzusammehalt, partnerschaftlicher Verpflichtung und Loyalität oder gar Treue kennen sie nicht, da wir es ihnen nicht vorleben. Was für Menschen ziehen wir da groß?
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